Ein Führungsworkshop der besonderen Art
In der dynamischen Welt der Energiewirtschaft ist es entscheidend, dass Führungskräfte nicht nur mit technischen Aspekten jonglieren, sondern auch an ihrer persönlichen Entwicklung arbeiten. Vor Kurzem hatte ich die spannende Möglichkeit, einen Workshop mit einer Gruppe von Führungskräften aus dem Bereich Netzausbau zu leiten. Diese Menschen tragen zusammen die Verantwortung für rund 300 Mitarbeitende – das ist nicht ohne!
Tiefer eintauchen: Wodurch lasse ich mich leiten?
Mein Auftraggeber und der Kopf der Gruppe von Führungskräften wollte nach unseren vorigen gemeinsamen Workshops mit mir noch einen Schritt weiter gehen. Wir hatten in den letzten Workshops schon verschiedene Themen im Bereich Zusammenarbeit und Selbstführung erkundet und entschieden uns, nun das Thema „Glaubenssätze“ auf den Tisch zu bringen.

Zur Erinnerung: Glaubenssätze, das sind die unausgesprochenen, aber sehr mächtigen Überzeugungen, die uns prägen und unser Denken und Handeln meist unbewusst lenken.
Diese Glaubenssätze und Muster zu erforschen und sich von denjenigen zu verabschieden, die nicht mehr passen – das ist ein spannendes Abenteuer!
Aus dem 1:1 Coaching kennt man die Arbeit mit Glaubenssätzen, aber in einer Gruppe von Führungskräften so tief zu gehen und über Themen wie Kindheit, Ängste, Verletzungen etc. zu reden – das kommt selten vor und klingt ein wenig „riskant“.
Deswegen teile ich hier, wie wir es geschafft haben. Der Workshop über 1,5 Tage war so gestaltet, dass wir uns dem Thema behutsam und allmählich genähert haben. An dieser Stelle ist es wichtig zu wissen, dass die Gruppe bereits über ein hohes Maß an Selbstreflexion verfügte und wirklich Lust auf das Thema hatte. Auf keinen Fall möchte ich dazu animieren, solche Übungen bei Menschen anzuwenden, die dafür nicht bereit sind.
Sich gegenseitig bestärken: „Superpowers“ erkennen und teilen
Der Workshop begann mit positiver Energie: In Kleingruppen haben die Teilnehmenden herausgefunden, welche Stärken und „Superpowers“ andere in ihnen sehen.
Hierfür hatten wir entsprechende Arbeitsblätter vorbereitet, an denen man sich orientieren konnte.
Überraschung: Das Geben von positivem Feedback fiel den meisten viel leichter als das Empfangen!
Hier waren wir schon mittendrin in den Mustern, die wir aufbrechen wollten.

Schatten aus der Vergangenheit: Rückblick und Reflexion
Der nächste Schritt führte uns dann tief in die Vergangenheit: Inspiriert von Stefanie Stahl und ihrem Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“, machten die Teilnehmenden sich in Tandems auf die Suche danach, was sie und damit ihre Annahmen über sich und die Welt geprägt hat. Dabei ging es eben nicht nur um die schönen Erinnerungen, sondern vor allem um die Schattenseiten. Die Erkenntnis, dass wir alle unsere kleinen Verletzungen mit uns herumtragen, war bewegend. Oft entwickeln wir Schutzstrategien, die uns im Alltag dann eher im Weg stehen.


Die Frage aller Fragen: Wer möchtest du sein?
Die entscheidende Fragen am Ende lauteten: „Wer möchtest du sein? Welche Überzeugungen möchtest du annehmen, um deine Führungskompetenzen auf das nächste Level zu bringen?“ Es war tiefgründig, und viele Teilnehmende erlebten eine neue Nähe zueinander. Tränen flossen, und es entstand ein starkes Band innerhalb der Gruppe.




Nachhaltiger Effekt: Coachende Führung
Ein schöner Nebeneffekt dieser Arbeit ist, dass die Führungskräfte das Gelernte nicht nur für sich nutzen können. Sie sind nun auch gleichzeitig besser ausgestattet, um die Entwicklung ihrer Mitarbeitenden zu fördern – besonders in Zeiten der Veränderung. Die Erkenntnis liegt nahe: Je besser ich mich mit den eigenen Mustern auskenne und je mehr ich mit mir selbst im Reinen bin, desto leichter fällt es mir, empathisch auf mein Umfeld einzuwirken.
Geht das nicht zu weit?
Oft wird diskutiert, ob private Themen im Arbeitskontext Platz haben. Ich sage: Wenn Führungskräfte bereit sind, sich mit Persönlichkeitsentwicklung auseinanderzusetzen, das Interesse und die notwendige Reife dafür mitbringen, spricht überhaupt nichts dagegen. Unsere Vergangenheit beeinflusst schließlich unser Denken und Handeln mehr, als wir glauben.
Der Auftraggeber macht den Unterschied
Ich bin meinem Auftraggeber Denis Merkle dankbar für seinen Mut, als Vorreiter in der persönlichen und professionellen Entwicklung zu agieren. Seine reflektierte, menschenzentrierte Art und hohe Integrität sind einfach bemerkenswert. Bei ihm sind Wertschätzung, Augenhöhe und Mitgestaltung keine leeren Phrasen, sondern werden mit Leben gefüllt. So schafft er es, Menschen hinter einem gemeinsamen Ziel zu vereinen und auch in schwierigen Situationen tragfähige Lösungen zu finden. Mit Pragmatismus, Verbindlichkeit und einer gesunden Portion Demut macht die Zusammenarbeit mit ihm nicht nur Spaß, sondern führt auch zu nachhaltigem Erfolg.
Was wäre, wenn…?
Daher bin ich überzeugt: Wenn mehr Führungskräfte ihre Glaubenssätze kennen und hinterfragen würden, könnten wir die gesamte Wirtschaft deutlich voranbringen!
Wenn dich das neugierig macht und du auch zusammen mit deinem Team das Thema Glaubenssätz erforschen möchtest, dann lass uns ins Gespräch kommen.