Diese 7 Faktoren machen Teams erfolgreich und stark

Es gibt unterschiedliche Modelle und Theorien zum Thema Teamentwicklung, von den 5 Dysfunktionen (P. Lencioni), aus denen sich dann wiederum 5 hilfreiche Merkmale ableiten über das Modell des psychologischen Empowerment (C. Schermuly) und der psychologischen Sicherheit (A. Edmondson).

In den letzten 5 Jahren habe ich intensiv mit verschiedenen Teams vom KMU über Start-Ups bis hin zum Konzern gearbeitet. Sie alle haben ihre typischen Struggles und Herausforderungen aber auch Erfolgsfaktoren, die zum Gelingen beitragen. Aufgrund meiner Erfahrung aus dutzenden Workshops und Projekten haben sich aus meiner Sicht ganz klar sieben zentrale Faktoren herauskristallisiert.

Icon Leichtigkeit

“Ist das nicht selbstverständlich?” Menschen, die gemeinsam etwas bewegen wollen, dürfen sehr unterschiedlich und divers sein, was ihre Persönlichkeiten, ihre Backgrounds und ihre Talente angeht – das macht gemeinsame Entscheidungen besser und steigert den kreativen Output. Eine Sache sollten sie allerdings teilen: Eine gemeinsame Basis an Werten und Grundüberzeugungen.
Diese Werte sind immer präsent, aber bleiben oft unausgesprochen oder sogar völlig unbewusst, was dann später zu Missverständnissen und Konflikten beitragen kann.
Hier geht es um Vorstellungen davon, was im Leben wichtig ist und wie man miteinander umgehen sollte, z.B. Was verstehen wir unter Integrität? Wie hoch ist unsere Toleranz im Umgang mit rechtlichen Grauzonen? Ist es OK, den eigenen Vorteil zu priorisieren?
Manchmal bestehen in Teams dazu unausgesprochene und ganz verschiedene Annahmen, die jede/r für sich für “total selbstverständlich” hält. Dass sie das nicht sind, zeigt sich spätestens, wenn sie mit dem Werte-System einer anderen Person kollidieren. Deswegen ist es enorm hilfreich, diese Werte explizit zu machen.

“Kann ich das sagen?”Psychologische Sicherheit ist ein zentraler Erfolgsfaktor für jedes Team. Sie beschreibt das Gefühl der Teammitglieder, dass sie in der Lage sind, ihre Bedenken und Ideen ohne Angst vor negativen Konsequenzen wie Zurückweisung oder Bestrafung auszudrücken. Teams mit hoher psychologischer Sicherheit sind innovativer, weil die Mitglieder bereit sind, Risiken einzugehen und neue Ideen vorzuschlagen.
In einem solchen Umfeld trauen sich die Teammitglieder, Fehler zuzugeben und um Hilfe zu bitten, was zu einem kontinuierlichen Lernprozess beiträgt. Dies führt nachgewiesenermaßen nicht nur zu einer besseren Problemlösung, sondern auch zu einer stärkeren Zusammenarbeit und einem höheren Vertrauen innerhalb des Teams. Um psychologische Sicherheit zu fördern, ist es wichtig, eine Kultur des offenen Dialogs zu schaffen, in der alle Stimmen gehört und respektiert werden.

“Wozu machen wir das hier?” Ein klarer gemeinsamer Zweck und eine gemeinsame Richtung geben dem Team Orientierung und einen Antrieb. Es ist wichtig, dass alle Teammitglieder das große Ganze verstehen und wissen, wie ihre individuellen Beiträge dazu passen. Dies schafft nicht nur Motivation, sondern auch eine tiefere Verbindung zum Team und zu den gemeinsamen Zielen.
Der gemeinsame Nenner kann in verschiedenen Formen auftreten – sei es die Vision eines Unternehmens, ein gemeinsames Projektziel oder ein langfristiges strategisches Ziel. Wichtig ist, dass dieser Sinn und Zweck regelmäßig kommuniziert und reflektiert wird, sodass alle im Team stets wissen, worauf sie hinarbeiten und warum ihre Arbeit wichtig ist.

“Was ist unsere Definition von Erfolg?” “Und wie kommen wir da hin?”
Ein weiterer wichtiger Faktor für die Teamperformance ist die Klarheit über Ziele, Rollen und Erfolgskriterien. Jedes Teammitglied sollte genau wissen, was von ihm oder ihr erwartet wird, welche Rolle es im Team einnimmt und wie der Erfolg gemessen wird. Diese Klarheit vermeidet Verwirrung und Missverständnisse und stellt sicher, dass alle nicht nur am selben Strang sondern auch in dieselbe Richtung ziehen.
Es ist hilfreich, konkrete, messbare Ziele zu setzen und diese regelmäßig zu überprüfen, z.B. mit OKRs (Objectives and Key Results). Ebenso wichtig ist es, klare Rollen anhand von Aufgaben-Paketen zu definieren und sicherzustellen, dass alle Teammitglieder ihre Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten kennen und die Stärken und Talente im Team optimal nutzen. Erfolgskriterien und Zwischenschritte sollten transparent sein, damit jeder den Fortschritt nachvollziehen und bewerten kann.

“Nichts ist so alt wie die To Do Liste von letzter Woche.” Transparenz und Konsequenz sind entscheidend für die Vertrauensbildung innerhalb eines Teams. Transparenz bedeutet, dass relevante Informationen offen und ehrlich geteilt werden, damit alle im Team den gleichen Wissensstand haben und fundierte Entscheidungen treffen können. Dies umfasst sowohl strategische Informationen als auch Feedback zu laufenden Projekten und Prozessen.
Konsequenz in der Umsetzung bedeutet, dass getroffene Entscheidungen und Vereinbarungen eingehalten werden. Wenn ein Team beschließt, eine bestimmte Richtung einzuschlagen oder eine bestimmte Methode anzuwenden, ist es wichtig, dass dies konsequent verfolgt wird. Dies schafft Klarheit und Stabilität, auf die sich das Team verlassen kann.

“Versuch macht kluch!” Ein lernendes Team ist ein erfolgreiches Team. Regelmäßige Reflexionen über Abläufe im Team, Erfolge und Misserfolge helfen, sich als Team kontinuierlich zu verbessern. Dies kann in Form von regelmäßigen Retrospektiven oder Feedback- oder Feedforward-Runden geschehen. Wichtig ist, dass Reflexionen konstruktiv und lösungsorientiert sind.
Dazulernen bedeutet auch, dass das Team bereit ist, neue Wege zu gehen, Bestehendes zu hinterfragen und aus Erfahrungen zu lernen. Dies fördert Innovation und Anpassungsfähigkeit. Es ist hilfreich, eine Kultur zu schaffen, in der Lernen als etwas Positives und Selbstverständliches angesehen wird und in der Fehler eine Gelegenheiten zur Verbesserung sind.

„Haben wir alles, was wir brauchen, um erfolgreich zu sein?“ Ein Team kann nur dann seine PS auf die Straße bringen, wenn es Zugang zu den notwendigen Ressourcen hat. Dazu gehören nicht nur Budget und Tools, sondern auch immaterielle Ressourcen wie Wissen und Unterstützung. Es ist wichtig, dass das Team die Mittel hat, um seine Aufgaben effektiv zu erfüllen und seine Ziele zu erreichen.
Führungskräfte spielen hier eine entscheidende Rolle, indem sie sicherstellen, dass das Team die benötigten Ressourcen erhält und Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Ein gut ausgestattetes Team ist motivierter und leistungsfähiger, was sich positiv auf die Gesamtergebnisse auswirkt.

💡Es kann sehr hilfreich und augenöffnend sein, im Team einmal zu erfragen, wie die Teammitglieder die Ausprägung dieser 7 Faktoren aktuell wahrnehmen: 

Wo sind wir stark und in welchen Aspekten haben wir noch Verbesserungspotenzial? Es macht Sinn, zu Beginn einer Entwicklungsreise erst einmal den Status Quo zu erheben und dann den Fokus der Teamentwicklung gemeinsam festzulegen.

Wie so eine Entwicklungsreise aussehen kann, erfährst du hier